Konzeption und Struktur

Das Konzept des 5. ARB wird sich im Wesentlichen an der Konzeption und der Struktur des Vierten Armuts- und Reichtumsberichts (4. ARB) orientieren. Damit wird die lebensphasenorientierte Berichtsstruktur beibehalten, wobei der Fokus im aktuellen Bericht auf dem jungen und mittleren Erwachsenenalter liegen wird. Zusätzlich zur allgemeinen Analyse von Armut, sozialer Mobilität und der Einkommens- und Vermögensverteilung, die mit dem 5. ARB fortgeschrieben und weiterentwickelt wird, sind punktuelle Erweiterungen vorgesehen.

Der Bericht wird so aufgebaut sein, dass nach einer Kurzfassung die fachliche Analyse in drei Teilen erfolgt. In Teil A werden die gesellschaftlichen und ökonomischen Rahmenbedingungen, wie etwa Haushalts- und Familienstrukturen, Zuwanderung, Sozialleistungen und die Entwicklung von Konjunktur und Arbeitsmarkt, sowie Volkseinkommen und Vermögen dargestellt. Teil B widmet sich der lebensphasenorientierten Analyse der sozialen Situation. Mit Blick auf die unterschiedlichen Lebensphasen werden, anhand von Längsschnittbetrachtungen, wesentliche Erfolgs- und Risikofaktoren für soziale Teilhabe herausgearbeitet. Außerdem sollen in diesem Teil die Maßnahmen der Bundesregierung zur Unterstützung erfolgreicher biographischer Übergänge benannt werden. In Teil C werden dann die Kernindikatoren der Armuts- und Reichtumsforschung, wie etwa die Armutsrisikoquote, die Einkommens- und Vermögensverteilung und die Arbeitsmarktbeteiligung, auf der Grundlage von Querschnittbetrachtungen analysiert und dargestellt.

Im 5. ARB werden gegenüber dem vorherigen drei thematische Erweiterungen vorgenommen. Zunächst werden die Auswirkungen atypischer Beschäftigungsformen auf die berufliche Entwicklung und Erwerbseinkommen im Lebensverlauf genauer in den Blick genommen. Hierzu wurde ein Forschungsprojekt mit dem Titel „Risiken atypischer Beschäftigungsformen für die berufliche Entwicklung und Erwerbseinkommen im Lebensverlauf“ initiiert. Dieses Projekt soll die Folgen atypischer Beschäftigungsformen auf die Qualifikations- und Kompetenzentwicklung, die Einkommensentwicklung, die berufliche Entwicklung (Berufswechsel) und die Lebenszufriedenheit untersuchen. Dabei wird auch darauf geachtet, welche Beschäftigtengruppen von dieser Entwicklung besonders betroffen sind. Ein weiterer Fokus wird auf die Auswirkungen und Trends sozialräumlicher Segregation gelegt. Ein Forschungsprojekt untersucht hierfür den Zusammenhang von Armutsrisiken und der räumlichen Konzentration von bestimmten Bevölkerungsgruppen. Die dritte thematische Erweiterung erfolgt im Bereich „Reichtum“. Neue Forschungsarbeiten sollen u.a. zur Verbesserung der empirischen Grundlagen der Reichtumsberichterstattung beitragen, etwa zur Entstehung und Verwendung von Reichtum, oder zu Fragen von gesellschaftlicher Macht durch Reichtum.

Neben diesen thematischen Erweiterungen ist eine Fortführung der Analysen zur Einkommens- und Vermögensverteilung sowie zur Wahrnehmung von Armut und Reichtum in der Bevölkerung vorgesehen. Mit dem Ziel der Aktualisierung und Aufbereitung neuer Erkenntnisse zur Dynamik der Abstiegsprozesse in bzw. der Aufstiegsprozesse aus Armut wurde außerdem eine Anschluss-Studie zum Analysefokus „Soziale Mobilität“ des 4. ARB auf den Weg gebracht. Hiervon werden auch weitere handlungsrelevante Erkenntnisse darüber erwartet, wie sozialer Aufstieg gefördert und Abstiegsrisiken reduziert werden können.

Schließlich soll das Indikatorentableau mit Zeitreihen zur Entwicklung von Armut und Reichtum in Deutschland fortgeführt und insbesondere im Bereich Reichtum weiterentwickelt und ergänzt werden. Diese Aktualisierungen sollen zeitnah auf diesem Portal veröffentlicht werden, um eine möglichst große Transparenz zu gewährleisten.

Die Beteiligung von Wissenschaft und Verbänden im Erstellungsprozess des 5. ARB wird durch eine frühzeitige Diskussion von Konzepten und Ergebnissen systematisch sichergestellt. Dazu sind mehrere Veranstaltungen vorgesehen, zu denen Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Verbänden, von Sozialpartnern und anderen Institutionen eingeladen werden.

Die Veröffentlichung des 5. ARB ist für das Jahr 2016 geplant. Bis zur Erstellung des Berichtes sind umfängliche (Vor-)Arbeiten erforderlich, die sich über einen längeren Zeitraum erstrecken:

  • 1. Phase (zweites Halbjahr 2014): Erstellung der Konzeption des 5. ARB und Vergabe von Forschungsaufträgen und Expertisen für den Bericht
  • 2. Phase (bis Ende 2015): Anforderung von Beiträgen aus den Ressorts
  • 3. Phase (bis Anfang 2016): Durchführung der Forschungsvorhaben
  • 4. Phase (erstes Halbjahr 2016): Erstellung des Berichtsentwurfs
  • 5. Phase (in 2016): Ressortabstimmung und Diskussion des Berichtsentwurfs mit den Verbänden. Anschließend erneute Ressortabstimmung mit nachfolgendem Kabinettsbeschluss und anschließender Versendung an den Bundestag.

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