A01 Armutsrisikoquote

Definition

In der Armutsforschung wird üblicherweise mit der Definition gearbeitet, nach der die Armutsrisikoschwelle bei 60 Prozent des Median aller Nettoäquivalenzeinkommen liegt. Die Armutsrisikoquote ist der prozentuale Anteil der Personen mit einem Nettoäquivalenzeinkommen unterhalb dieser Schwelle an der jeweiligen Bevölkerungsgruppe. Die Quote gibt also wieder, wie groß der Anteil der Bevölkerung unterhalb eines bestimmten Punktes in der Einkommensverteilung ist, sie liefert keine Informationen über individuelle Bedürftigkeit.

Die Armutslücke ist derjenige Betrag, der den armutsgefährdeten Personen im Durchschnitt fehlt, um die Armutsrisikoschwelle zu überschreiten. Die relative Armutslücke setzt diesen Betrag in Relation zur Armutsrisikoschwelle.

In die Grafik fließen nicht alle Informationen des Indikators ein.

Hinweise zur Interpretation

Alle vier Datenquellen basieren auf der Befragung von Stichproben aus der Bevölkerung, setzen aber unterschiedliche inhaltliche Schwerpunkte. Jede hat entsprechend ihrer spezifischen Konzeption Vorzüge oder auch Beschränkungen. Die wichtigsten Unterschiede betreffen die Erfassung und Berechnung des Nettoeinkommens. Während die Ergebnisse auf Basis der EVS und des SOEP bei selbstgenutztem Wohneigentum hypothetische Mieteinnahmen unterstellen, findet bei EU-SILC und Mikrozensus keine Berücksichtigung des Wohneigentums statt. Zudem erhebt der Mikrozensus das Einkommen nicht betragsgenau, sondern in Einkommensklassen zusammengefasst. All diese Unterschiede führen zu je nach Datengrundlage unterschiedlichen Armutsrisikoquoten, weswegen die Betrachtung der Ergebnisse aus allen Stichproben sinnvoll ist.

Für Teilgruppen kann der Indikator sehr volatil ausfallen.

Der Indikator wird nach Geschlecht, Gebiet (Ost, West), Alter, Haushaltstyp, Erwerbsstatus, Wohnstatus, Migrationshintergrund sowie dem Nettoäquivalenzeinkommen in den jeweiligen Gruppen differenziert.

Quellen: EU-SILC, EVS, Mikrozensus, SOEP

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